Tiny Houses: Wohnen wird minimalistischer - MÄHREN AG
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Tiny Houses: Wohnen wird minimalistischer

Tiny Houses: Wohnen wird minimalistischer

Seit gut zehn Jahren brummt der Immobilienmarkt in Deutschland – so sehr, dass selbst der Versandhändler Tchibo vor kurzem Wohnhäuser im Verkaufssortiment hatte. Allerdings keine gewöhnlichen Häuser, sondern sogenannte Tiny Houses – zu Deutsch Minihäuser –, ein Wohntrend aus den Vereinigten Staaten.

Die mobilen Häuser sind trotz einer Wohnfläche von nur etwa zehn bis 25 Quadratmetern voll ausgestattet mit Wohn- und Schlafbereich, Bad und Küche. Transportiert werden können sie oftmals ganz einfach auf einem Anhänger mit dem Auto. Was erstmal nach der großen Freiheit klingt, erweist sich in der Praxis jedoch als schwierig. Beispielsweise kann man sie nicht einfach aufstellen, wo man möchte, sondern benötigt ein Grundstück. Viele pachten dafür von Eigentümern nicht genutztes Bauland.

Die Anschaffungskosten sind vergleichsweise niedrig

Tiny Houses sind bisher ein Nischentrend. Es gibt in Deutschland schätzungsweise zwei bis drei Dutzend kleinere Hersteller, doch diese berichten von einer stetig steigenden Nachfrage. Minihäuser mögen daher zwar noch ein Randthema sein, doch dass offenbar immer mehr Menschen Interesse an dieser Lebensform haben, sagt auch einiges über den Wohnungsmarkt insgesamt aus.

Einerseits ist die Nachfrage nach Minihäusern auf den enormen Preisdruck auf dem Wohnungsmarkt zurückzuführen. Zwar sind Tiny Houses auf den Quadratmeter heruntergerechnet relativ teuer, doch in der Anschaffung insgesamt natürlich wesentlich günstiger als eine normale Wohnung. Das günstigste Modell bei Tchibo beispielsweise war für rund 40.000 Euro erhältlich – ein gewöhnliches Einzimmerapartment mit Küche und Bad ist für diesen Preis kaum zu finden.

Temporäres Wohnen ist im Aufwind

Andererseits ist insbesondere für die jüngere Generation Mobilität ein ganz entscheidendes Kriterium. Warum sollte man schließlich eine Eigentumswohnung für sich kaufen, wenn man sowieso nur ein paar Jahre in einer Stadt bleibt? Zwar könnte man nach dem Umzug vermieten, aber das bedeutet Stress, dem sich viele nicht aussetzen wollen. Und ein Verkauf könnte nach so wenigen Jahren durchaus mit einem Kapitalverlust einhergehen. Ein Tiny House dagegen lässt sich einfach an den neuen Lebensstandort mitnehmen, jedenfalls sofern man ein Grundstück findet.

Generell ist das temporäre Wohnen deutlich im Aufwind. Einer Savills-Studie zufolge entfielen im Jahr 2017 zwölf Prozent des Wohntransaktionsvolumens auf das temporäre Wohnen, also auf möblierte Mikroapartments. Zu diesem Markt gehören insbesondere Studentenwohnungen, doch auch immer mehr junge Leute mit Studienabschluss entscheiden sich für die ersten Berufsjahre für Mikroapartments, die man schnell und ohne viel Aufwand wieder verlassen kann.

Trotz der aufsteigenden Entwicklung von Mikroapartments werden Tiny Houses natürlich Exoten bleiben, denn um dauerhaft auf 15 Quadratmetern zu leben, muss man schon sehr minimalistisch veranlagt sein. Dass dafür aber überhaupt ein steigender Bedarf besteht, kann ein interessanter Indikator für die Marktentwicklung und auch für die Zukunft des Wohnens sein.