Makler vs. Start Ups: Ein digitaler Häuserkampf? - MÄHREN AG
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Makler vs. Start Ups: Ein digitaler Häuserkampf?

Diskussionen über das Verhältnis zwischen Immobilienbranche und Digitalisierung herrschen nicht erst seit gestern. Immer wieder drängt sich die Frage auf, inwieweit Makler durch digitale Anbieter ersetzt werden könnten. Die allumgreifende Antwort ist noch nicht gefunden. Eines lässt sich aber nicht leugnen: Die traditionellen Geschäftsmodelle kommen ins Wanken, denn neue Player drängen zunehmend auf den Markt und nehmen klassischen Maklern Anteile weg.

Das entscheidende Datum für den Wandel der Branche war der 1. Juni 2015. An diesem Tag trat das sogenannte Bestellerprinzip bundesweit in Kraft. Demnach bezahlt derjenige den Makler, der ihn beauftragt hat – meistens also der Eigentümer der Wohnung. Zuvor war das anders: Makler wurden von Vermietern und Co. nach belieben beauftragt und nach erledigter Arbeit in der Regel vom neuen Mieter bezahlt. Bis zu zwei Nettokaltmieten wurden dabei in Rechnung gestellt. Somit wurden Makler oft und gerne beauftragt, denn der finanzielle Aufwand lag zumeist beim Mieter. Die Veränderung der Rahmenbedingungen hat einen deutlichen Mentalitätswandel bei Besitzern hervorgerufen. Eigentümer denken nun kritischer darüber nach, bevor sie einen Makler beauftragen und sehen sich zunehmend nach Alternativen um. Digitale Alternativen.

In diesen Wandel setzen einige Unternehmen große Hoffnung. Immer mehr digitale Start Ups erscheinen auf der Bildfläche und wittern die Chance, am Immobilienmarkt unter den geänderten Konditionen das große Geld zu machen.

 

Die Zahl der Makler ist rückläufig, aber…

Rund 30.000 Makler sind es, die sich den deutschen Immobilienmarkt teilen. Einige davon werden Studien zufolge den Weg der Digitalisierung jedoch nicht ausreichend mitgehen. Speziell kleinere Anbieter tendieren dazu, wegzufallen. Die Zahl der Makler wird in den kommenden Jahren schrumpfen.

Aber: Es gibt durchaus Immobilienunternehmen, die sich der Herausforderung Digitalisierung stellen. Besonders die Platzhirsche der Branche geben ihr Revier nicht so schnell auf. Große Anbieter investieren seit Jahren in die Digitalisierung von Arbeitsprozesse und beziehen funktionierende Strategien erfolgreicher Start Ups in die Entwicklung ihres Unternehmens mit ein. Auch weniger große Anbieter setzen sich zunehmend mit den Möglichkeiten der Digitalisierung auseinander, sei es durch das Streben nach einem papierlosen Büro, Online-Organisation von Besichtigungen oder die 3D-Darstellung einer Immobilie: Es tut sich was, langsam, aber sicher.

 

Ohne Makler vor Ort funktioniert ein Immobilienverkauf nicht

Im Wesentlichen funktioniert das Geschäftsmodell der Newcomer folgendermaßen: Es werden so viele Adressen verkaufswilliger Immobilienbesitzer über das Internet eingesammelt, wie möglich, die Objekte bewertet und über Online-Plattformen vermarktet.

Soweit so gut, vor Ort Bedarf es aber nach wie vor dem Einsatz von Immobilienexperten, die Häuser und Wohnungen in Augenschein nehmen und potenzielle Käufer professionell durch den Kaufprozess begleiten. Der Kauf der eigenen vier Wände ist ein persönlicher und emotionaler Prozess, der mit tendenziell höherem, finanziellem Aufwand verbunden ist. Ganz ohne Experten aus Fleisch und Blut, der die Immobilie inkl. gesamten Umfeld kennt und auf die persönlichen Bedürfnisse der einzelnen Interessenten eingeht, ist dieser Prozess kaum denkbar.

Zudem wehren sich immer mehr Digitalunternehmen gegen den Vorwurf, klassische Makler abschaffen zu wollen. Vielmehr wissen sie die Expertise der Experten zu schätzen und wollen sich diese zu Nutze machen.

 

Wer sich verweigert, verliert

Die Immobilienbranche ist komplex und Immobilien sind ein analoges Gut. Bis sich digitale Start Ups skalieren und die Branche ernsthaft herausfordern, wird es noch dauern. Der Erfolg von Unternehmen wie McMakler, ImmobilienScout24 und Co führt jedoch vor Augen, wie schnell sich Bisheriges ändern kann und wie wichtig es ist, mitzuwachsen. Wer sich der Digitalisierung verweigert und sich rein auf seinen bisherigen Erfolg verlässt, verliert auf lange Sicht.

Die Digitalisierung ist längst im Alltag angekommen und nimmt Einfluss auf Interesse und Kaufverhalten von Kunden.

Neben den digitalen Maklern und Vermittlern entstehen zunehmend auch Crowdfunding-Plattformen, Smarthome-Anbieter und Unternehmen, die sich auf digitale Hausverwaltung spezialisieren – um nur einige zu nennen. Einige Technologien haben besonders großes Potenzial. Kurz- und mittelfristig erfolgreich sind vor allem mobile Arbeitsgeräte, Cloud-Technologien und Big Data. Einen ganzen Schritt nach vorne macht der Immobiliensektor aber vor allem mit 3D-Druck, Augmented Reality sowie Virtual Reality und Blockchain.

Die Unternehmen der Branche, besonders Makler, sind gut beraten, sich aktiv mit der Digitalisierung auseinanderzusetzen und digitale Möglichkeiten in Ihr Geschäftsmodell einzubringen. Gewinner werden diejenigen sein, die nicht gegen die Digitalisierung kämpfen, sondern ihre Energie dahingehend investieren, sie für sich zu nutzen.