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Kaufen, mieten, sharen – der nächste Trend im Wohnungssektor - MÄHREN AG
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Kaufen, mieten, sharen – der nächste Trend im Wohnungssektor

Aus der Automobilwirtschaft kennen wir die Entwicklung: Immer mehr Menschen verzichten auf das eigene Auto und beteiligen sich an Carsharing-Portalen. Anmelden und Losfahren lautet da die Devise. Und am Ziel angekommen, wird der Wagen abgestellt und der nächste kann ihn nutzen. Ähnliche Modelle gibt es auch auf dem Fahrradmarkt: Chinesische Start-ups wie Mobike, Obike, aber auch deutsche Unternehmen wie etwa Lidl bieten Bike-Sharing an. Die Anmeldung ist noch einfacher als beim Carsharing, da kein Führerschein notwendig ist.

Was in die Mobilität Einzug hält, lässt sich auf das Wohnsegment übertragen: Immer mehr Menschen suchen Wohnraum nach bestimmten Kriterien und für eine bestimmte Zeit. Sie wollen in einer „angesagten“ Stadt wohnen, sie wollen Gleichgesinnte kennenlernen, sie wollen ein garantiertes Wohnniveau, und sie wollen und müssen flexibel bleiben können. Von wem die Rede ist? Von Young Professionals, die häufig auf Portalen für Freiberufler ihre Dienstleistungen anbieten und lokal nicht gebunden sind. Grafik, Web-Design, Programmierung, Text – diese Jobs lassen sich von überall verrichten. Es ist inzwischen zum guten Ton geworden, zwischen 25 und 35 Jahren Job und Neugier zu verbinden, die Welt zu bereisen und dieses Reisen mit einem mobilen Job zu finanzieren.

Was zu dieser neuen Form des Wohnens und Arbeitens nicht passt, ist der klassische Mietvertrag. Auswahl der Wohnung, Einzug, Einrichtung und zumindest mittelfristig gewünschte Bindung widersprechen dem Anspruch an sich selbst, dann weiterziehen zu können, wenn der Wind sich dreht oder man genug von einem Ort gesehen hat. Von Wohneigentum ganz zu schweigen – viele junge Menschen wollen sich vielleicht langfristig an einen Ort binden, in welcher Stadt sie das aber tun, wollen sie erst noch herausfinden. Ergo: reisen und mobil sein.

Hierzu aber gesellt sich das Bedürfnis nach Geborgenheit. Dieses Bedürfnis legen wir Menschen nicht ab, auch wenn wir flexibler sind und als Freelancer die Welt bereisen. Ein Hotel oder eine Pension bietet diese Geborgenheit kaum. Das Hotel kann noch so klasse sein, aber dort ist man nicht daheim, sondern per Definition Gast. Auch die gängigen Portale wie Airbnb oder Homeaway richten sich vor allem an Urlauber und Geschäftsreisende.

Der nächste Boom wird also aus der Homesharing-Szene kommen. Wohnen auf Zeit in Wohngemeinschaften und Mikro-Apartments, verbunden mit den wichtigsten Amenities und dem Gefühl, nicht ganz alleingelassen zu werden in fremder Umgebung. Zieht ein neuer Bewohner ein, wird er begrüßt und willkommen geheißen, ähnlich den Coworking-Modellen. Basics der Wohneinrichtung und Bedürfnisse des täglichen Lebens werden zur Verfügung gestellt, Sport- und gemeinsame Feierabendangebote runden das Homesharing ab.

Dabei ist es nicht etwa so, dass erst die Angebote geschaffen werden und dann der Markt dafür entsteht. Im Gegenteil: Markt und Bedarf sind längst da, es geht um die rechtliche Hürde und um politische Ängste – Wohnen auf Zeit hat in der aktuellen Debatte stets den Anstrich von Zweckentfremdung. Eben das trifft auf die mobile Generation nicht zu. Denn sie sind nicht zu Besuch, sondern wollen wohnen. Nur eben nach den Kriterien der Flexibilität und den Möglichkeiten der Digitalisierung.