Die Welt als Zuhause: Wie die Generation Y das Wohnen prägt - MÄHREN AG
7082
post-template-default,single,single-post,postid-7082,single-format-standard,qode-quick-links-1.0,ajax_fade,page_not_loaded,,qode-child-theme-ver-1.0.0,qode-theme-ver-13.2,qode-theme-bridge,wpb-js-composer js-comp-ver-5.4.5,vc_responsive

Die Welt als Zuhause: Wie die Generation Y das Wohnen prägt

Gebildet, flexibel und die erste Generation, die größtenteils in einem Umfeld von Internet und mobiler Kommunikation aufgewachsen ist. Als Generation Y -oder Millennials- wird jene Generation bezeichnet, die zwischen 1980 und 2000 geboren ist. Durch die zeitliche Einordnung gilt sie als Nachfolgegeneration der Babyboomer (bis 1965) und der Generation X (bis 1980).

Diese Generation Y strebt nach Selbstverwirklichung – beruflich wie privat. Sie legt großen Wert auf Work-Life-Balance und ist sich darüber im Klaren, dass es den „Job auf Lebenszeit“ vermutlich nicht mehr gibt. Weiterentwicklung wird großgeschrieben.

Die Welt als Zuhause

Pauschalreisen? Zu unflexibel. Ein eigenes Auto? Lieber sharen. Wohneigentum? Jein. Die Digitalisierung schafft zahlreiche Möglichkeiten der Lebensgestaltung. So auch im Hinblick auf das Wohnen: „Pay when you need it“ lautet die Devise.

Warum im Winter leben, wenn ich es auch im Sommer tun kann? Die Menschen der Generation Y zeichnen sich durch ein enormes Bedürfnis nach Flexibilität aus. Dabei suchen sie auch flexible und einfache Möglichkeiten zum Wohnen, von wo aus sie auch Zugang zu einer Community aus Gleichgesinnten haben.

Dadurch werden andere Wohnkonzepte interessant. Experten gehen davon aus, dass die durchschnittliche Wohnungsgröße allgemein schrumpfen wird, da die Millennials bewusster und weniger kaufen, um eventuelle Umzüge einfacher gestalten zu können. Die wenigen Quadratmeter sollen dabei vor allem viel Stauraum bieten und praktisch sein.

Keine Abstriche bei der Lage

Obwohl die Generation Y Flexibilität großschreibt, werden keine Abstriche bei der Lage gemacht. Immobilienexperten zufolge werden urbane Ballungszentren noch bedeutender. Die Nähe zum Arbeitsplatz wird wichtiger sein, als jene zum Rest der Bevölkerung.

Nichtsdestotrotz kommt der Stadtrand eher weniger in Frage, denn das Leben der Millennials soll in Quartieren stattfinden. Damit sind Bezirke gemeint, in denen sich im Prinzip alles befindet: Wohnraum, Arbeitsplatz, Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung und Einkaufsmöglichkeiten. Eine mögliche Wohnform hierfür wären z.B. exklusive Hochhauskomplexe und Wolkenkratzer. Sie könnten all diese Eigenschaften verbinden und gebündelt Raum für Wohnen, Arbeiten und Freizeit schaffen.

Zudem fördern Digitalisierung und Konnektivität das Wir-Gefühl. Sämtliche Konzepte, die einen gemeinschaftlichen Gedanken verfolgen, gewinnen somit an Bedeutung. Es entsteht immer mehr Lebensraum, der auf das sogenannte Co-Living zugeschnitten ist. Micro-Aparments und Collaborative Living gelten hier als prominente Beispiele. Sie haben zudem gemeinsam, dass die meist möblierten Wohnungen wenig Fläche beanspruchen und Küche, wie auch Bad, klein gehalten sind.

Immer mehr Häuser verfügen über großzügige gemeinschaftliche Einrichtung, voll ausgestattete Küchen sowie Wohn- und Fitnessräume. Gewisse Dienstleistungen, wie Reinigung, Wäscheservice oder Concierge sind oftmals im Mietpreis inbegriffen. Solche Wohnkonzepte werden zunehmend zum Trend – Service vor Eigentum.

Andere Prioritäten hinsichtlich des Arbeitsplatzes

Die Anzahl der Menschen, die von zu Hause aus arbeiten, steigt weiter. Auch freiberufliche Tätigkeiten und Teilzeitarbeit erfreuen sich steigender Beliebtheit. Durch den zunehmenden Verzicht auf Papier sowie die Speicherung von Daten in elektronischer Form sinkt der Bedarf an Büroflächen enorm.

Das klassische Büro mit üblichem Inventar wird möglicherweise gänzlich verschwinden.

Eine Möglichkeit, den weiter steigenden Bedürfnissen nach Flexibilität und Freiraum gerecht zu werden, sind Coworking Spaces. Sie sind schon jetzt in aller Munde und besonders beliebt bei Nutzern, die von überall aus arbeiten können, wo Internetanschluss und Handyempfang gegeben sind. Auch immer mehr Homeoffice-Angestellte wissen die Coworking-Variante zu schätzen, da zu Hause zum einen oft der eigene Haushalt ablenkt und zum anderen der soziale Austausch mit Gleichgesinnten fehlt.

Millennials sind die Käufer der Zukunft

Wenn es um die eigenen vier Wände geht, werden Millennials konservativ. Laut einer von der NZZ durchgeführten Befragung träumen 70% der Studienteilnehmer von Wohneigentum. Einige davon sparen bereits auf dieses Ziel hin.

Ein Widerspruch? Nicht wirklich: Die Generation Y ist mit dem Wissen aufgewachsen, dass nichts sicher ist. Unsicherheit der Renten, explodierende Mieten, Finanzkrise, Bologna-Reform, usw. zeigen, dass sich Dinge schnell ändern können.

Man könnte sagen, dass diese Generation die Unsicherheit am Ende mit radikaler Vernunft kontert. Sie studiert rasch und weiß Dank ihrer vielen Praktika meist gut, in welche Richtung es beruflich geht. Viele sind überzeugt, dass die sicherste Investition jene in die eigenen vier Wände ist. Ein flexibler Lebensstil und Wohneigentum schließen einander somit nicht aus.



1. Berliner Miethaus-Marktbericht 2018