Co-Housing: Gemeinsam gegen die Anonymität der Großstadt - MÄHREN AG
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Co-Housing: Gemeinsam gegen die Anonymität der Großstadt

Co-Housing: Gemeinsam gegen die Anonymität der Großstadt

Die Anonymität der Großstadt ist reizvoll. Sie garantiert die totale Freiheit der eigenen Lebensweise und schier unbegrenzt Möglichkeiten, denn hinter dem Deckmantel der Anonymität muss sich niemand rechtfertigen. Auch aus diesem Grund zieht es viele Menschen vom Land in die Stadt. Die Anonymität hat aber auch eine andere Seite: Speziell jene, die in einem großen Miethaus leben, kennen nicht selten selbst ihre direkten Nachbarn kaum. Einsamkeit kann schnell ein Thema werden.

Co-Housing soll an dieser Stelle einen Lösungsansatz bieten und durch neue städtische Wohn- und Arbeitsformen für mehr Miteinander sorgen und auch der Verschwendung von Ressourcen entgegenwirken.

Im europäischen Raum hat sich Co-Housing bereits etabliert

Unter anderem in Mailand, Amsterdam und Brüssel ist Co-Housing bereits der Trend schlechthin. Doch auch in Deutschland nimmt die Vielfalt an entsprechenden Wohnprojekten zu.

Die meisten Co-Housing-Modelle sehen es vor, dass die unterschiedlichsten Menschen unter einem Dach wohnen und arbeiten – und dabei ihre Privatsphäre behalten. Ganz so neu ist das nicht: Die Idee erinnert ein wenig an die Kommunen der 1970er Jahre. Die Bewohner eines gemeinsamen Hauses finanzieren und bewirtschaften ihr Haus und arbeiten oftmals auch nebeneinander. Demensprechend entstehen dort Gemeinschaftsräume, viele kleine Wohnungen und Büros – manchmal auch Gärten.

Zwischen den einzelnen Projekten bestehen aber deutliche Unterschiede. Insbesondere bei den Faktoren Bewohnerzahl, Altersstruktur und Investitionsvolumen variieren die Werte. Während die einen Gruppen einen Neubau errichten wollen, planen andere einen Umbau im Bestand. Manche Projekte sehen eine Kombination von freifinanzierten und geförderten Wohnungen unter einem Dach vor, um auch Interessenten mit geringerem finanziellem Spielraum eine Teilnahme zu ermöglichen.

Besonders in Berlin entstehen immer mehr interessante Co-Housing-Projekte. In Neukölln beispielsweise wurde schon vor einiger Zeit das Künstlerhaus ‚Agora Collective‘ gegründet. Dabei bieten zwei Brasilianer internationalen Künstlern die Gelegenheit, sich unter einem Dach auszutauschen und zu arbeiten.

Das ‚Spreefeld‘ am Kreuzberger Ufer verbindet gemeinsames Wohnen, Arbeiten und Gärtnern. Dabei handelt es sich um drei barrierefreie Häuser, die Platz für ca. 130 Menschen bieten. Das Projekte wurde selbst gebaut und wird selbst verwaltet. Eine Besonderheit: Die Grundrisse sind beabsichtigt so variabel, dass sie sowohl separate Wohnungen, als auch richtige Wohngemeinschaften für rund 20 Personen zulassen. Im Erdgeschoss befinden sich gemeinschaftliche Geschäftsräume und Büros und auch ein Gemeinschaftsgarten steht allen Bewohnern zur Verfügung.

Ein weiteres Beispiel ist die ‚Alte Schule Karlshorst‘. Wie der Name schon sagt, wohnen hier Menschen in einem Schulgebäude, das durch die Förderung der Senatsverwaltung zum generationsübergreifenden, integrativen Wohnen umgestaltet wurde. Das Grundprinzip des Modells liegt in der gegenseitigen Unterstützung: Alleinstehende, junge Familien, behinderte Menschen und ältere Bewohner leben gemeinsam unter einem Dach und unterstützen sich gegenseitig im Alltag. Das gesamte Gebäude ist barrierefrei, sechs der 21 Wohnungen behindertengerecht.

Die Anforderungen an Wohnungsunternehmen steigen

Eine Studie des GdW bestätigt, was eigentlich kein Geheimnis ist: Die Nachfrage nach gemeinschaftlichen Projekten steigt und auch der Wunsch nach Mitgestaltung der Bewohner wird stärker.

Somit verändern sich auch die Anforderungen an Wohnungsunternehmen, entsprechende Rahmenbedingungen zu schaffen, um flexible Nutzungskonzepte und ein Gemeinschaftsleben zu ermöglichen.