3D-Druck: Die Zukunft des sozialen Wohnungsbaus? - MÄHREN AG
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3D-Druck: Die Zukunft des sozialen Wohnungsbaus?

Die Preise für den Bau neuer Gebäude sind laut dem Statistischen Bundesamt in den letzten Jahren vielerorts gestiegen. Wohnraum wird knapper und teurer. Neue Wohnraumkonzepte sprießen wie Pilze aus dem Boden, um den sich wandelnden Bedürfnissen gerecht zu werden – und auch in der Baubranche tut sich einiges:

Im Rahmen eines Pilotprojekts in Frankreich und den Niederlanden wird eine neue Form des Bauens getestet, die für eine Revolution im Bausektor sorgen könnte: Kostengünstiger und schneller Wohnungsbau aus dem 3D-Drucker.

Was nach kühner Idee klingt, wurde bereits umgesetzt: Im französischen Nantes entstand im April 2018 das erste Haus aus dem 3D-Drucker. In nur 18 Tagen fertigten Forscher der Universität Nantes ein 95 Quadratmeter großes Haus mit fünf Zimmern – gedruckt von einem riesigen 3D-Drucker –  an.

Die erste Familie zieht bereits in diesem Sommer (2018) dauerhaft ein. Glückt das Projekt, so soll eventuell eine ganze 3D-Druck-Sozialsiedlung entstehen. Grund genug, sich das Phänomen 3D-Druck näher anzuschauen:

Sozialbau aus dem 3D-Drucker?

Wenn es möglich ist, ein ganzes Haus in nur 18 Stunden zu bauen und dabei noch Kosten zu sparen, dann stellt sich in Zeiten des Wohnraummangels schnell die Frage nach einem möglichen Nutzen für den sozialen Wohnungsbau. Vier gute Gründe sprechen jedenfalls für den 3D-Druck von Gebäuden:

1.) 3D-Druck spart Zeit

Der wohl bedeutendste Vorteil, den der 3D-Druck mich sich bringt, ist die immense Zeitersparnis. Häuser können in wenigen Wochen gebaut werden, Bauaufträge, die ansonsten 2 Wochen andauern würden, können auf drei bis vier Tage abgekürzt werden. Da 3D-Drucker nicht essen oder schlafen müssen, arbeiten sie am Stück bis das Projekt fertiggestellt ist. Darüber hinaus kann alles vor Ort gebaut werden. Das reduziert Wartezeiten deutlich. Mehrere Meter hohe Mauern können ohne Gerüst errichtet werden, Unfälle werden vermieden, Baustellen bleiben ruhig.

2.) 3D-Drucker sind wirtschaftlicher im Materialverbrauch

Hinsichtlich des Materialverbrauchs ist 3D-Druck, verglichen mit den herkömmlichen Bauverfahren, wesentlich wirtschaftlicher, denn es werden weniger Materialen verwendet. Dadurch wird nicht nur an Material gespart. Es wird auch weniger Abfall produziert. Durch die verstärkte geometrische Beherrschung können optimierte Formen zu geringeren Kosten erstellt werden, die sich der Umwelt ideal anpassen. Dadurch wird die Menge der verwendeten Materialien zusätzlich begrenzt.

3.) Deutlich besser für die Umwelt

Eine Besonderheit des 3D-Druckverfahrens besteht darin, dass großer Wert auf Energieeffizienz gelegt wird. Ein Haus wird in drei Schichten gebaut: zwei aus ausgehärtetem Schaum und im Raum dazwischen Beton. Der Schaum dient dabei als Verschalung für den Beton und sorgt dafür, dass das Haus später entsprechend isoliert ist.

Beim Druck eines Hauses wird deutlich weniger Beton verwendet als beim herkömmlichen Hausbau. Und das freut die Umwelt, denn: Der Hauptbestandteil von Beton ist Sand – und Sand wird zunehmend zum knappen Gut. Mit dem 3D-Druck von Häusern wird eine Bauweise genutzt, die den knappen Rohstoff deutlich effizienter nutzt, als traditionellere Verfahren.

4.) Die Nebenkosten sollen bezahlbar bleiben

Genaue Preise für Konstruktion und Co. werden bisher noch nicht genannt. Frankreich sieht im 3D-Druck eine Möglichkeit, den sozialen Wohnungsbau stark auszuweiten, ohne zusätzliches Geld investieren zu müssen.

Die optimale Bauweise der Häuser soll dafür sorgen, dass sich auch die Stromrechnung der Mieter in Grenzen hält. So soll durch die neue Technologie nicht nur günstiger Wohnraum an sich geschaffen werden – auch die Nebenkosten sollen niedrig ausfallen.

 

Wir sich 3D-Druck beim Wohnungsbau wirklich durchsetzen?

Die Vorteile, die 3D-Druck für den Wohnungsbau mit sich bringt, zeigen sich schnell: Die Reduzierung von Kosten, Materialen und Unfällen, eine schnellere Baugeschwindigkeit, komplexere architektonische Formen und das Schonen der Umwelt.

Ob dieses Modell tatsächlich eine geeignete Möglichkeit ist, den Wohnungsmarkt schnell um hochwertigen, energieeffizienten und klimafreundlichen Wohnraum zu bereichern, werden die Erfahrungsberichte der ersten Pilotprojekte zeigen. Frankreich und die Niederlande haben aktuell die Nase vorn, was den Gebäudebau mittels 3D-Druck betrifft und einige interessante Pilotprojekte gestartet, deren Auswertung maßgeblich für den potenziell nächsten Schritt sein werden.